„Nicht auf Hochglanz polierte und doch still funkelnde Songs …. detailreiche, lebendige Texte“ (HOOKED ON MUSIC)

„Flüssige und abwechslungsreich tänzelnde Gitarre ….. Lyrics mit Tiefgang, erzählerisch von hoher Qualität …… Stimmungsvolle Geschichten, die durch ihre atmosphärische Dichte das Kopfkino des Hörers automatisch in Schwung bringen“ (ROCKTIMES)

„Harmonischer, schwebender Americana-Sound, der von Steinbachers markantem Gesang, offen gestimmten akustischen Gitarren und angejazzten Keyboard-Klängen eines Fender-Rhodes-Pianos geprägt ist. Vieles erinnert an die warme Akustik der 1970-er Jahre.“ (MAIN ECHO)

 

Besprechung des Albums „While The Sun Is Ascending“ auf ROCKTIMES:

Vor etwa zweieinhalb Jahren hatten wir euch den (zumindest damals) in Augsburg lebenden Musiker und Songwriter Ralf Steinbacher bereits einmal hinsichtlich seines seinerzeit aktuellen Albums Raincoat Days vorgestellt. Auch seine Vorgeschichte wurde dort erläutert und kann nachgelesen werden, sodass wir darauf hier nicht unbedingt weiter eingehen müssen. Mit „While The Sun Is Ascending – A Movie For Listeners“ liegt nun jedoch Ralfs brandneues Album vor und damit hat er – so viel darf schon mal verraten werden – nochmal kräftig einen drauf gelegt. Dies gilt nicht nur für die musikalische Ausrichtung (die sich in feinem Roots- und Singer/Songwriter-Terrain bewegt), sondern obendrein haben wir es hier auch noch mit einem Konzeptalbum zu tun, das eine zusammenhängende Geschichte mit den Hauptprotagonisten MiltonMaureenAmandaMax und Cody erzählt.

In Szene gesetzt wird die Story von einer allgegenwärtigen Akustik-Gitarre, die jedoch von den üblichen anderen Instrumenten begleitet wird. Sehr ins Ohr sticht dabei immer wieder ein klasse gespieltes Rhodes E-Piano von Micha Herrmann, aber es gibt auch weitere Highlights wie die schöne Slide-Gitarre von Marcus ‚Ed‘ Staab in „Weight Of The World #1“, das Saxofon in „Amanda“ und nicht zu vergessen die vom Protagonisten selbst gespielte Harmonika bei den letzten drei Stücken. Die Geschichte auf diesem Album wird toll erzählt. Wie in einem guten Drama beginnt sie (von dem melancholischen Prolog „Summer’s Dust“ mal abgesehen) fröhlich und unbeschwert, für die noch jugendlichen Protagonisten hat die Welt gerade ihre Arme und Pforten geöffnet und lockt sie sozusagen etwas trügerisch mit einem breiten Lächeln in ihre ewige Falle. Was vielversprechend, voller Hoffnungen und Erwartungen beginnt, wird dann von dem eingeholt, was man gemein hin das Leben nennt.

Natürlich werde ich hier nicht alles verraten, denn dazu macht es viel zu viel Spaß bzw. ist es viel zu spannend, den Texten beim Anhören der Songs zu folgen. Das „… A Movie For Listeners“ im Albumtitel trifft auf jeden Fall zu. Vor meinem geistigen Auge läuft hier allerdings keine Hollywood-Hochglanz-Produktion, sondern vielmehr ein deutlich beeindruckenderer (in meinem Kopf-Kino schwarz/weißer) Underground-Streifen von einem der besten Regisseure dieses Genres wie beispielsweise Jim Jarmusch ab. Und da versteht es sich fast schon von selbst, dass bei zwei verschiedenen Songs mit dem gleichen Namen „The Weight Of The World“ auch zwei sehr unterschiedliche Situationen und Stimmungen vorherrschen. In Part 2 schafft es Steinbacher beispielsweise gekonnt, die aus den Fugen gerade Lebenssituation in einem der Musik etwas entgegengesetzten Satzgesang zu stilisieren. Und das ist ein klasse Stilmittel.

Überhaupt kommt der Gesang Steinbachers sehr eigenwillig rüber, was nicht nur der erzählten Story, sondern auch dem Protagonisten Schärfe und Profil verleiht. Würde nicht funktionieren, wenn hier ein Hartmut Engler oder Peter Freudenthaler (ohne den beiden auf die Füße treten zu wollen) gesungen hätten. Fazit also: Ein sehr gelungenes Melodram von einem richtig guten Storyteller Ralf Steinbacher, der das Ganze auch noch in starke Songs verpacken kann. Unbedingt mal anchecken!

Markus Kerren

 

Künstler-Portrait im MAIN ECHO anlässlich der Veröffentlichung von ‚While The Sun Is Ascending‘:

Der frühere Bootleggin‘-Hobos-Harpspieler Ralf Steinbacher erzählt in seinen Liedern Geschichten

»Songwriting ist harte Arbeit«

Blues­fans dürf­ten Ralf Stein­ba­cher noch als Grün­dungs­mit­g­lied, Song­wri­ter und lang­jäh­ri­gen Blu­es-Harp-Spie­ler der Boot­leg­gin‘ Ho­bos ken­nen. Bis 2006 hielt er der mitt­ler­wei­le auf­ge­lös­ten Aschaf­fen­bur­ger Blu­es-Band die Treue. We­ni­ger be­kannt dürf­te sein, dass sich Stein­ba­cher zu ei­nem be­mer­kens­wer­ten Sin­ger/Song­wri­ter wei­ter­ent­wi­ckelt hat.

Seit acht Jahren bewegt sich der mittlerweile in Augsburg lebende 50-Jährige auf Solopfaden. Seine gerade erschienene vierte CD heißt »While the Sun is ascending«. Die Songs bilden einen Handlungsstrang und fügen sich zu einer bilderreichen Geschichte zusammen. Im Untertitel bezeichnet er die Platte als »A Movie for Listeners«, also als einen Film für Zuhörer. Eingebettet sind die Texte in eine harmonischen, schwebenden Americana-Sound, der von Steinbachers markantem Gesang, offen gestimmten akustischen Gitarren und angejazzten Keyboard-Klängen eines Fender-Rhodes-Pianos geprägt ist. Vieles erinnert an die warme Akustik der 1970-er Jahre.

»Englischsprachiges Songwriting und Storytelling fand ich schon immer cool«, sagt Steinbacher. Als Lehrer für Englisch und Deutsch ist er dafür prädestiniert. Ein leichter Weg sei das Liederschreiben dennoch nicht. »Songwriting ist harte Arbeit«, findet er. »80 Prozent von dem, was man schreibt, ist Ausschuss.« Mitunter dauere es Monate, bis ein Song steht. Kein Vergleich zu einem Cover, das man sich mit Youtube-Tutorials auf die Schnelle aneignen könne. Augsburg sei ein gutes Pflaster für eigene Musik, sagt Steinbacher. Cover-Bands gebe es nur wenige.

»Ich bin ein großer Freund von Referenzen«, räumt der Songwriter ein. Er sei ständig auf der Suche nach Textzeilen oder Zitaten, die als Liedtitel oder Liedzeilen funktionieren. Auch die Namen geschätzter Musiker versucht er in die Lyrics einzubauen. Da taucht ein Mädchen auf, das John Coltrane hört. Die englischen Folklegenden John Martyn und Nick Drake werden beiläufig erwähnt, auf einem Plattenspieler dreht sich eine Scheibe von Otis Redding. Und das in einem Lied genannte Whiskey-Label Johnnie Walker Red ist auch schon von Elliott Smith gewürdigt worden.

Zwei Jahre hat Steinbacher an dem aktuellen Album gearbeitet. Die Corona-Pandemie, die so viele Musiker ausbremste, spielte ihm dabei in die Hände. Als Live-Auftritte wegfielen, nutzte Steinbacher die Möglichkeit, sich in die Stücke zu vertiefen und an den Aufnahmen zu feilen. Zeitdruck habe er keinen gehabt, erzählt er. Aufgenommen wurde die CD zwischen Mai und November 2020 im Studio des befreundeten Augsburger Musikers Micha Herrmann, der auch Keyboards und Harmoniegesang beisteuert. Gastmusiker spielten Bass, Schlagzeug, E-Gitarre und Saxofon ein. Auch sein früherer Aschaffenburger Hobos-Kollege Markus »Ed« Staab ist in einem Song an der Slide-Gitarre zu hören

Dass er »While the Sun is ascending« auf CD veröffentlicht, hat für Steinbacher einen einfachen Grund. »Ich liebe Booklets und schön gestaltete Cover.« Die ansprechende Gestaltung der CD-Hülle und des Booklets mit allen Texten stammt vom Grafiker Jürgen Wüst. Wüst, den die Aschaffenburger als Houzeband-Musiker kennen, ist als Keyboarder auf einer weiteren CD von Steinbacher zu erleben, an der der Wahl-Augsburger derzeit arbeitet: »Eine Geschichte über einen Typen, der in den USA in den Knast wandert«, wie Steinbacher erzählt. Die Arrangements seien wesentlich karger als bei der aktuellen CD. Neben Wüst, der zudem wieder die Covergestaltung übernimmt, ist auch Hobos-Kollege Ed Staab wieder mit von der Partie.

Live-Auftritte indes plane er derzeit nicht. Man wisse ja nicht einmal, welche Clubs die Lockdown-Phase überleben, so Steinbacher. Ein Augsburger Club, in dem er im Frühjahr 2020 einen Auftritt gehabt hätte, habe schon das Handtuch geworfen und endgültig geschlossen.

Erhältlich über www.ralf-steinbacher.com

Alexander Bruchlos

 

Besprechung des Albums „Raincoat Days“ auf ROCKTIMES:

Seit etwa 25 Jahren läuft bereits die Karriere des in Aschaffenburg geborenen und mittlerweile in Augsburg lebenden Musikers Ralf Steinbacher. Nun liegt mit „Raincoat Days“ die brandaktuelle Scheibe des Mittvierzigers vor, auf der er acht eigenkomponierte und mit Hilfe von befreundeten Musikern eingespielte Tracks festgehalten hat. Die sind meist sehr ruhig gehalten und werden musikalisch von der Akustikgitarre des Protagonisten bestimmt. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem Gesang bzw. den nach eigener Aussage »…meist autobiographischen Texten.« Das lässt sich sehr gut an, die Lyrics haben Tiefgang und man hört dem Süddeutschen gerne zu. Wenn sich dann noch ein dezentes Schlagzeug, ein nachdrücklicher Bass und ein feines Piano hinzu gesellen, wird die Sache schließlich noch runder. Steinbacher hat spannende Geschichten zu erzählen – wie etwa seine ganz persönliche Beziehung über die Jahrzehnte (obwohl er sie nie persönlich kennengelernt hat) zu der Grande Dame der Songwriterinnen, Joni Mitchell. Dann ist da noch die bittersüße Story über einen ‚gesundheitlich‘ offensichtlich etwas angeschlagenen Freund, bei dem Lou Reed trotz des Songtitels „Lou Reed Passed Away“ eher eine Nebenrolle spielt – dennoch ein cleverer Songtitel, den – zumindest ich – hier eher als Metapher für das Ende einer Freundschaft verstehe.

Dafür, wie es manchmal so mit jahrzehntelangen Freundschaften gehen bzw. sich verlaufen kann liefert Steinbacher mit „My Oldest Friends“ ein passendes Beispiel, das später durch „Next To Nothing“ mit einem richtig schönen Liebeslied an seine Ehefrau gekontert wird. Die Akustik-Gitarre tänzelt durchgehend flüssig und abwechslungsreich durch die Songs, während sie im Piano einen sehr guten Gegenpol findet. Steinbachers deutscher Akzent ist nicht zu verleugnen, was aber lediglich als Anmerkung und nicht als Kritik gelten soll. Der Titelsong ist eine weitere launige Liebeserklärung an den Herbst, den Wind und Regen. Eher ungewöhnlich und sehr individuell, dafür aber noch lange nicht verwerflich und zudem in einen richtig guten Song verpackt.

Bei „Turn Of The Tide“ kommt die Ukulele des Protagonisten sehr angenehm zum Einsatz. Die erzählenden Strophen münden schließlich in den wohl eingängigsten Refrain der Scheibe, der sehr schnell im Ohr hängen bleibt. „Morning Sky“ ist eine Momentaufnahme aus dem Hause Steinbacher bzw. was einem so durch den Kopf gehen kann, während man so da sitzt und auf seine Tochter wartet, die bald von der Schule zurückkommen müsste. Sehr schön! Den gekonnten und sehr gelungenen Abschluss macht dann „We Are Young“.

Letzten Endes ist Ralf Steinbacher mit „Raincoat Days“ ein ruhiges, erzählerisch von hoher Qualität geprägtes Singer/Songwriter-Album gelungen, dem man gerne zuhört. Stimmungsvolle Geschichten, die durch ihre atmosphärische Dichte das Kopfkino des Hörers (sollte er des Englischen einigermaßen mächtig sein) automatisch in Schwung bringt. Feine Sache!

 

Besprechung des Albums „Raincoat Days“ (erschienen im Juli 2017) auf HOOKED ON MUSIC:

Wenigstens einer, dem dieser sogenannte „Sommer“ gefallen dürfte. Der Augsburger Singer/Songwriter/Liedermacher (passendes bitte anstreichen) RALF STEINBACHER, zuletzt unter dem Pseudonym Mo‘ Highways aktiv, bekennt sich als Fan von „Raincoat Days“. So lautet denn auch sein aktuelles Soloalbum, das wiederum mit sehr persönlich, ja autobiografisch gestalteten, detailreichen und lebendigen Texten zu überzeugen weiß. Im Titeltrack outet sich Steinbacher als etwas anders tickender Zeitgenosse: Statt Sonne, Sommer, Bacardi also lieber Regentropfen und Nebelschwaden, um die Gedanken treiben zu lassen und auch mal länger in den Federn verweilen zu können. Und auch kein Smartphone und kein Rumhampeln in den ach so sozialen Medien, sondern lieber echte, „analoge“ Freundschaften, die dann auch Jahrzehnte überdauern. Kurzum, durchweg sympathisch, dieser Künstler, der den Hörer dann auch ausführlich an seiner musikalischen Sozialisation teilhaben lässt: Er liebt Joni Mitchell, Nick Drake, Sam Cooke oder Lou Reed, Hauptsache nicht Depeche Mode. Und das offenbart sich auch in den kleinen, feinen, nicht auf Hochglanz polierten und doch still funkelnden Songs, zu denen wiederum langjährige musikalische Weggefährten wie Micha Herrmann mit seinem perlenden Klavierspiel zum Gelingen nachhaltig beigetragen haben. Und textlich gesellen sich zu den bereits zitierten Berühmtheiten auch die „ganz normalen Leute“ wie die alten Freunde Ed und Chris, und so gerät ein Lied wie My Oldest Friends zu einem Loblied auf die Freundschaft an sich, an der auch die zerfließende Zeit nagt, ihr aber letztlich substantiell nichts anhaben kann. Alles in allem ist „Raincoat Days“ ein gelungenes, relaxtes Singer-/Songwriter-Album, in das sehr viel Herzblut gesteckt wurde und bei dem sich das Hinhören und Nachlesen (siehe auch die Website des Künstlers) auf jeden Fall lohnt. Erhältlich ist das Album direkt bei Ralf Steinbacher