„Nicht auf Hochglanz polierte und doch still funkelnde Songs …. detailreiche, lebendige Texte“ (HOOKED ON MUSIC)

„Flüssige und abwechslungsreich tänzelnde Gitarre ….. Lyrics mit Tiefgang, erzählerisch von hoher Qualität …… Stimmungsvolle Geschichten, die durch ihre atmosphärische Dichte das Kopfkino des Hörers automatisch in Schwung bringen“ (ROCKTIMES)

 

Besprechung des Albums „Raincoat Days“ auf ROCKTIMES:

Seit etwa 25 Jahren läuft bereits die Karriere des in Aschaffenburg geborenen und mittlerweile in Augsburg lebenden Musikers Ralf Steinbacher. Nun liegt mit „Raincoat Days“ die brandaktuelle Scheibe des Mittvierzigers vor, auf der er acht eigenkomponierte und mit Hilfe von befreundeten Musikern eingespielte Tracks festgehalten hat. Die sind meist sehr ruhig gehalten und werden musikalisch von der Akustikgitarre des Protagonisten bestimmt. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem Gesang bzw. den nach eigener Aussage »…meist autobiographischen Texten.« Das lässt sich sehr gut an, die Lyrics haben Tiefgang und man hört dem Süddeutschen gerne zu. Wenn sich dann noch ein dezentes Schlagzeug, ein nachdrücklicher Bass und ein feines Piano hinzu gesellen, wird die Sache schließlich noch runder. Steinbacher hat spannende Geschichten zu erzählen – wie etwa seine ganz persönliche Beziehung über die Jahrzehnte (obwohl er sie nie persönlich kennengelernt hat) zu der Grande Dame der Songwriterinnen, Joni Mitchell. Dann ist da noch die bittersüße Story über einen ‚gesundheitlich‘ offensichtlich etwas angeschlagenen Freund, bei dem Lou Reed trotz des Songtitels „Lou Reed Passed Away“ eher eine Nebenrolle spielt – dennoch ein cleverer Songtitel, den – zumindest ich – hier eher als Metapher für das Ende einer Freundschaft verstehe.

Dafür, wie es manchmal so mit jahrzehntelangen Freundschaften gehen bzw. sich verlaufen kann liefert Steinbacher mit „My Oldest Friends“ ein passendes Beispiel, das später durch „Next To Nothing“ mit einem richtig schönen Liebeslied an seine Ehefrau gekontert wird. Die Akustik-Gitarre tänzelt durchgehend flüssig und abwechslungsreich durch die Songs, während sie im Piano einen sehr guten Gegenpol findet. Steinbachers deutscher Akzent ist nicht zu verleugnen, was aber lediglich als Anmerkung und nicht als Kritik gelten soll. Der Titelsong ist eine weitere launige Liebeserklärung an den Herbst, den Wind und Regen. Eher ungewöhnlich und sehr individuell, dafür aber noch lange nicht verwerflich und zudem in einen richtig guten Song verpackt.

Bei „Turn Of The Tide“ kommt die Ukulele des Protagonisten sehr angenehm zum Einsatz. Die erzählenden Strophen münden schließlich in den wohl eingängigsten Refrain der Scheibe, der sehr schnell im Ohr hängen bleibt. „Morning Sky“ ist eine Momentaufnahme aus dem Hause Steinbacher bzw. was einem so durch den Kopf gehen kann, während man so da sitzt und auf seine Tochter wartet, die bald von der Schule zurückkommen müsste. Sehr schön! Den gekonnten und sehr gelungenen Abschluss macht dann „We Are Young“.

Letzten Endes ist Ralf Steinbacher mit „Raincoat Days“ ein ruhiges, erzählerisch von hoher Qualität geprägtes Singer/Songwriter-Album gelungen, dem man gerne zuhört. Stimmungsvolle Geschichten, die durch ihre atmosphärische Dichte das Kopfkino des Hörers (sollte er des Englischen einigermaßen mächtig sein) automatisch in Schwung bringt. Feine Sache!

 

Besprechung des Albums „Raincoat Days“ (erschienen im Juli 2017) auf HOOKED ON MUSIC:

Wenigstens einer, dem dieser sogenannte „Sommer“ gefallen dürfte. Der Augsburger Singer/Songwriter/Liedermacher (passendes bitte anstreichen) RALF STEINBACHER, zuletzt unter dem Pseudonym Mo‘ Highways aktiv, bekennt sich als Fan von „Raincoat Days“. So lautet denn auch sein aktuelles Soloalbum, das wiederum mit sehr persönlich, ja autobiografisch gestalteten, detailreichen und lebendigen Texten zu überzeugen weiß. Im Titeltrack outet sich Steinbacher als etwas anders tickender Zeitgenosse: Statt Sonne, Sommer, Bacardi also lieber Regentropfen und Nebelschwaden, um die Gedanken treiben zu lassen und auch mal länger in den Federn verweilen zu können. Und auch kein Smartphone und kein Rumhampeln in den ach so sozialen Medien, sondern lieber echte, „analoge“ Freundschaften, die dann auch Jahrzehnte überdauern. Kurzum, durchweg sympathisch, dieser Künstler, der den Hörer dann auch ausführlich an seiner musikalischen Sozialisation teilhaben lässt: Er liebt Joni Mitchell, Nick Drake, Sam Cooke oder Lou Reed, Hauptsache nicht Depeche Mode. Und das offenbart sich auch in den kleinen, feinen, nicht auf Hochglanz polierten und doch still funkelnden Songs, zu denen wiederum langjährige musikalische Weggefährten wie Micha Herrmann mit seinem perlenden Klavierspiel zum Gelingen nachhaltig beigetragen haben. Und textlich gesellen sich zu den bereits zitierten Berühmtheiten auch die „ganz normalen Leute“ wie die alten Freunde Ed und Chris, und so gerät ein Lied wie My Oldest Friends zu einem Loblied auf die Freundschaft an sich, an der auch die zerfließende Zeit nagt, ihr aber letztlich substantiell nichts anhaben kann. Alles in allem ist „Raincoat Days“ ein gelungenes, relaxtes Singer-/Songwriter-Album, in das sehr viel Herzblut gesteckt wurde und bei dem sich das Hinhören und Nachlesen (siehe auch die Website des Künstlers) auf jeden Fall lohnt. Erhältlich ist das Album direkt bei Ralf Steinbacher